ehrenpreis

Wir haben abgeschrieben!

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Einen Text so umzuformulieren, dass er ganz anders aussieht, als das Original, aber dessen Inhalt nicht verliert oder verändert – das erfordert viel Anstrengung und Hirnschmalz. Darum ist es sinnvoll, weil zeitsparend, dass Zitate erlaubt sind, sowohl wörtliche (siehe…) als auch sinngemäße (vergl.), aber immer schön mit nachprüfbarer Quellenangabe – und natürlich in Maßen. Und genau da ist der Haken: das zulässige Maß lässt sich nicht immer einhalten: kann ich denn dafür, dass ich so kongenial bin?

Wieviel manchmal kostbare, immer aber teure Arbeitszeit verbringen die Berufsformulierer in unserer Nation wohl damit, Texte umzuformulieren? Bei den Hausaufgaben der Schüler und Studierenden ist solcherlei Zeitvertreib ja von gewissem Nutzen, weil er einen Lerneffekt haben kann.

Aber wie verhält es sich mit den vielfältigen Projektanträgen, Bewerbungen, Partei- und Schulprogrammen, Evaluationsberichten, Gutachten und all dem abgezwungenen Schriftzeug, das originell erscheinen soll aber doch nur die x-te Variante darstellt?

Es braucht dringend eine Kampagne unter dem Motto „Wir haben abgeschrieben!“ – nicht nur um unserem Minister Solidarität zu erweisen, sondern um der großen Zeitverschwendung für das Umformulieren entgegenzutreten! (Vergl.)

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Written by ehrenpreis

Februar 19, 2011 um 9:58 am

Veröffentlicht in Cogito

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